Wurden Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, ist die erste Hürde im Kampf um die Arbeitsstelle genommen.
Ihre Bewerbung kam dann gut an; nun gilt es, diesen ersten guten Eindruck zu bestätigen.
Ganz wichtig ist es, sich umfassend auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Eventuelle Fragen, die auftauchen
könnten, sollten schon im Vorfeld geklärt werden.
Grundsätzlich ist der erste Eindruck entscheidend;
dementsprechend viel Augenmerk sollten Sie auf ihre
Garderobe legen. Diese sollte natürlich zu der
entsprechenden Arbeitsstelle passen. Wer sich für einen
Job im Büro bewirbt, sollte auf klassische Kleidung
setzen. Bei Frauen ist da ein Kostüm oder Hosenanzug
angebracht; Männer können gern im Anzug erscheinen.
Jeans kommen in der Regel nicht so gut an. Bewirbt
man sich allerdings für einen eher unkonventionellen
Job, darf die Kleidung ruhig etwas auffälliger sein. Wer
sich beispielsweise für einen Job als Türsteher oder
Bardame in einer Disco bewirbt, wird wohl kaum im
Anzug auftauchen.
Es versteht sich von selbst, dass Sie zum
Vorstellungsgespräch pünktlich erscheinen. Im
Zweifelsfall fahren Sie die Strecke ruhig vorher einmal
ab beziehungsweise checken Sie die Bus- oder
Bahnfahrpläne. Kommen Sie ruhig etwas vor dem
vereinbarten Termin zum Gespräch; mehr als zehn Minuten früher sollten es aber wenn möglich nicht sein.
Genau wie die passende Bekleidung ist bei den Damen das Make up ganz entscheidend. Hier gilt: weniger ist mehr.
Gegen ein natürliches Tages Make up ist sicher nichts einzuwenden; auf grell geschminkte Lippen oder Augen sollte
aber besser verzichtet werden. Auch zu viel Schmuck oder ein aufdringliches Parfum wirkt oft billig. Tattoos oder
Piercings sollten wenn möglich verdeckt sein, da Arbeitgeber diese in der Regel nicht gerne sehen. Grundvoraussetzung
ist natürlich auch eine ausreichende Körperhygiene; keinesfalls sollten Sie mit Mund- oder Körpergeruch zum
Vorstellungsgespräch erscheinen.
Auch bei einem Vorstellungsgespräch muss die Chemie zwischen Arbeitgeber und eventuellem zukünftigen
Arbeitnehmer passen. Nichtsdestotrotz können Sie Einiges dafür tun, dass Sie den Job doch für sich ergattern, auch
wenn Sie dem Chef vielleicht im ersten Augenblick nicht sympathisch sind. Freundlichkeit und Offenheit verstehen sich
natürlich von selbst - dies fängt schon bei der Begrüßung an. Ein nicht zu lascher Händedruck verbunden mit einem
offenen Lächeln kann Ihnen bereits erste Türen öffnen. Der Handschlag sollte übrigens vom Gegenüber, keinesfalls von
Ihnen als Bewerber, ausgehen. Ihre Vorstellung sollte Vor- und Nachnamen beinhalten. Setzen Sie sich erst, nachdem
Sie dazu aufgefordert wurden. Werden Ihnen Zigaretten oder alkoholische Getränke angeboten, sollten Sie diese immer
ablehnen. Ein Glas Wasser wiederum kann bedenkenlos angenommen werden.
Während des Vorstellungsgespräches sollten Sie auf eine ungezwungene, jedoch nicht zu lässige Körpersprache achten.
Wer zu verklemmt herüberkommt, hat sicher keine Aussichten, die Stelle zu bekommen. Das Verschränken der Arme ist
in der Regel ebenso wenig angebracht wie Kippeln mit dem Stuhl oder das Übereinanderschlagen der Beine. Vielmehr
sollten Sie beide Beine fest auf den Boden stellen und dem Gegenüber interessiert in die Augen schauen.
Alle bisherigen Ratschläge nützen jedoch nichts, wenn Sie während des Vorstellungsgespräches nicht die richtigen
Worte finden. Achten sollten Sie auf eine klare und deutliche
Aussprache; sehen Sie Ihrem Gegenüber in die Augen. Die
Benutzung von zu viel Fremdwörtern sollten Sie vermeiden;
dies wirkt schnell gekünstelt. Auch auf eine Umgangssprache
sollten Sie wenn möglich verzichten; wählen Sie ihre Worte
mit Bedacht und sprechen Sie nicht zu schnell.
Eine Frage, welche mit Sicherheit auftauchen wird, ist, warum
Sie sich gerade für diese Stelle interessieren. Diese Antwort
sollten Sie sich bereits im Vorfeld genau überlegen, denn
diese ist für den Arbeitgeber ganz entscheidend. Die Antwort
"Weil ich keine andere Stelle bekommen habe" wäre natürlich
von Grund auf falsch. Vielmehr sollten Sie den Chef davon
überzeugen, dass Sie genau die/der Richtige für die zu
besetzende Stelle sind; vielleicht, weil Sie bereits Erfahrung
auf diesem Gebiet haben oder dies genau Ihr Traumjob ist.
Ebenfalls gut kommt es bei Personalchefs an, wenn der
Bewerber von sich aus Fragen zum Unternehmen
beziehungsweise zu seinem zukünftigen Aufgabenbereich
stellt. So signalisiert der Bewerber sein Interesse für das
Unternehmen. Warum-Fragen sollten hier allerdings wenn
möglich vermieden werden - sie könnten schnell als Kritik am
Unternehmen gewertet werden; besser sind Wer- oder Was-
Fragen. Natürlich sollte die erste Frage nicht die nach Gehalt
oder zustehendem Urlaub sein. Die Fragen können übrigens
von Ihnen im Vorfeld notiert werden; Unterlagen dabei zu
haben, wirkt keineswegs unprofessionell, sondern hiermit wird
eher Interesse am Job zum Ausdruck gebracht.
Grundsätzlich empfiehlt es sich, zum Vorstellungsgespräch
auch die Bewerbung noch einmal mitzubringen. Auch die
Einladung des Arbeitgebers und mögliche Arbeitsproben
können Sie gerne beim Gespräch dabei haben.
Auch auf Fragen zu Ihrem Lebenslauf oder den Zeugnissen
sollten Sie vorbereitet sein. Befinden sich Lücken in Ihrem
Lebenslauf, sollten Sie diese plausibel erklären können. Ihr
Gegenüber wird sicher Fragen zu Ihren früheren Arbeitgebern
stellen und zu den Aufgabengebieten, welche Sie bisher zu
bewältigen hatten. Ganz falsch wäre es in diesem Fall, über
ihre ehemaligen Arbeitgeber herzuziehen oder diese schlecht
zu machen. Vielmehr sollten Sie betonen, dass Ihnen die
Arbeit bisher immer Spaß gemacht hat und Sie sich auf neue
Aufgaben freuen. Loben Sie sich dabei aber nicht zu sehr und
verfälschen Sie keine Tatsachen. Erfinden Sie Geschichten,
wird dies spätestens dann herauskommen, wenn Sie Ihre
Traumstelle tatsächlich bekommen haben. Auch holen manche Arbeitgeber bereits vor dem Vorstellungsgespräch
Informationen bei Ihren ehemaligen Arbeitgebern oder Lehrern ein; Vorsicht ist also geboten.
Eine weitere beliebte Frage von Peronalchefs ist die, wie Sie sich Ihre Zukunft vorstellen. Eine mögliche Frage könnte
lauten: "Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen?" Auch diese Antwort ist ganz entscheidend für den weiteren Verlauf des
Gesprächs. Der Arbeitgeber möchte so herausfinden, ob Sie Perspektiven für Ihre Zukunft haben und gut planen
können. Ein klares Ziel zu haben, ist hier ganz wichtig.
Darüber hinaus wird der Arbeitgeber sicher noch zahlreiche andere Fragen stellen, auf welche man sich aber meist
problemlos vorbereiten kann. So wird er möglicherweise in Erfahrung bringen wollen, warum Sie im Moment arbeitslos
sind, warum Ihr letztes Beschäftigungsverhältnis gekündigt wurde oder bei welchen anderen Unternehmen Sie sich
noch beworben haben. Auf alle diese Fragen sollten Sie wenn möglich wahrheitsgemäß antworten.
Immer von Vorteil ist es, sich bereits vor dem Vorstellungsgespräch über die Firma zu informieren und dieses
Insiderwissen während des Gespräches einfließen zu lassen. Damit punkten Sie garantiert bei dem möglichen künftigen
Arbeitgeber. Vielleicht haben Sie sogar einige Verbesserungsvorschläge oder Neuerungen in petto.
Eine ganz prekäre Frage ist die nach der Gehaltsvorstellung. Hier sollten Sie wahrheitsgemäß antworten und Ihre
Vorstellungen offenbaren. Gut ist es, sich vorher nach branchenüblichen Gehältern zu informieren und von diesen nicht
zu weit abzuweichen. Immerhin werden heutzutage etwa ein Drittel aller Bewerber aufgrund zu hoher
Gehaltsvorstellungen abgelehnt. Im Zweifelsfall sollte man lieber seine Vorstellungen etwas heruntersetzen.
Fragen nach einer bestehenden Schwangerschaft, sexuellen Neigungen, Religions- oder Parteizugehörigkeit oder
Kinderwunsch werden von seriösen Arbeitgebern eher nicht kommen. Tauchen diese dennoch auf, müssen sie von
Ihnen nicht beantwortet werden. Vielmehr sollten Sie in dieser Situation kontern, ob dies denn Einfluss auf den Job hat.
Nach einem Vorstellungsgespräch wird der Personalchef Sie meist mit den Worten "Wir melden uns bei Ihnen"
entlassen: Nun heißt es Hoffen und Bangen, ob Sie den Arbeitgeber von sich überzeugen konnten.
Bewerbungsratgeber:
Den ersten Fuss in der Tür
Das Vorstellungsgespräch
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