Karriere Logo von der-perfekte-weg.de Das Bewerbungsgespräch soll dem Kennenlernen dienen: Das Unternehmen möchte im persönlichen Gespräch mehr über den Bewerber erfahren, und dieser kann feststellen, ob das Unternehmen wirklich seinen Vorstellungen entspricht. Trotz Nervosität vor dem wichtigen Gespräch stellt man es sich als angenehmes, wenn auch forderndes Interview vor. Seit geraumer Zeit hat sich eine andere Form des Bewerbungsgesprächs etabliert: Das Stressgespräch. Darin stellt der Personalchef unangenehme Fragen, sucht Widersprüche in Anschreiben und Lebenslauf, geht bewusst auf peinliche Details in Zeugnissen ein und hinterfragt alles, was der Bewerber sagt oder geschrieben hat. Wenn der Bewerber erkennt, dass er in ein solches Stressgespräch gerutscht ist, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, wie er es gut überstehen kann - er kann sich aber auch im Voraus davor schützen oder es notfalls zum richtigen Zeitpunkt beenden. Ein Stressgespräch zu verhindern ist schwer - wenn der Personalchef etwas finden will, entdeckt er in den Unterlagen des Bewerbers immer etwas, worauf er eingehen kann. Um ihm die Suche zu erschweren und sich selbst das Stressgespräch zu erleichtern, sollte man beim Schreiben seiner Unterlagen auf die Verwendung von Adjektiven achten. Ein sachlich gehaltener Lebenslauf und ein Anschreiben, in dem nur das Wesentliche steht, sind meist eine bessere Grundlage als eine lange Beschreibung der eigenen Eigenschaften. Was sitzen muss, ist Folgendes: Man muss dem Personalchef immer glaubhaft vermitteln können, wieso man ausgerechnet in dieses Unternehmen und in diese Stelle möchte. Es kann immer passieren, dass doch ein gefährliches Adjektiv den Weg in die Bewerbungsmappe findet und für den Personalchef ein gefundenes Fressen ist. Wenn es zur unangenehmen oder schwierigen Frage kommt, sollte man sie lieber geschickt umgehen und das Gespräch auf ein anderes Thema lenken, anstatt detailliert darauf einzugehen. Eine ausführliche Antwort birgt immer die Gefahr, sich in Widersprüche zu verstricken oder dem Personalchef einen Eindruck zu vermitteln, der ihm missfällt. Man sollte nur dann genau auf die unbequemen Fragen eingehen, wenn man sich wirksam zu verteidigen weiß und sich sicher ist, dass daraus keine Widersprüche entstehen. Dem Bewerber steht immer die Möglichkeit offen, das Bewerbungsgespräch zu beenden. Das sollte er tun, wenn das Stressgespräch in eine Richtung entwickelt, die ihn nur noch in schlechtem Licht darstellen kann. Fragen wie: "Ihre Frau will die Scheidung - erscheinen Sie trotzdem wie gewohnt zur Arbeit?" dienen nicht dem Zweck, Berufsrelevantes über den Bewerber zu erfahren. Sobald ein Stressgespräch in die persönliche Spähre driftet oder nur dazu dient, ihn schlecht zu behandeln, muss der Bewerber sich nicht mehr auf die Fragen des Personalchefs einlassen. Das ist der richtige Zeitpunkt, das Gespräch zu beenden. 

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