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Das Vorstellungsgespräch: Viele Fragen, gute Antworten
Der Arbeitgeber hat in einem Vorstellungsgespräch den Wunsch, möglichst umfangreiche Informationen über seinen
zukünftigen Arbeitnehmer zu erhalten. Vorbereitet sein ist alles. Die 24 typischen Fragen der Personalchefs – und gute
Antworten darauf – stellen wir Ihnen hier vor.
Denken Sie allerdings bitte daran, nicht auswendig gelernte Standard-
Antworten »herunterzuleiern«, sondern die Fragen mit Ihren eigenen
Worten passend zu beantworten.
Auch Personalchefs lesen Bewerbungsratgeber!
1. »Erzählen Sie mir etwas über sich.«
Dies ist eine typische Frage, um das Gespräch zu eröffnen und die
Atmosphäre zu lockern. Verfallen Sie nicht in den Fehler, hier Privates
auszuplaudern oder all Ihr Pulver vorab zu verschießen.
Ihre Antwort sollte kurz sein (maximal etwa zwei Minuten) und folgende
Themen einschließen: Kindheit, Schulausbildung, beruflicher Werdegang
und berufliche Karriere der letzten Zeit. Legen Sie den Schwerpunkt auf
Ihre in letzter Zeit erreichten beruflichen Erfolge.
2. »Was wissen Sie über unser Unternehmen?«
Bereits zuhause haben Sie sich gründlich über die Firma, Produktpalette, Mitarbeiterzahl, Umsatz und Marktstellung,
Ansehen, Geschichte, Ziele und Philosophie informiert. Tun Sie nicht so, als ob Sie bereits alles über das Unternehmen
wüssten. Lassen Sie in Ihrer Antwort erkennen, dass Sie sich zwar ausführlich informiert haben, aber durchaus
Interesse an weiteren Informationen haben.
Sie könnten zum Beispiel formulieren: »Bei meiner Jobsuche habe ich über mehrere Unternehmen Informationen
gesammelt. Ihr Unternehmen interessiert mich besonders, weil …«
Formulieren Sie unbedingt positiv! Sagen Sie nicht »Jeder weiß, dass Sie in Schwierigkeiten stecken, deswegen bin ich
ja hier!«, selbst wenn Sie genau deswegen dort sind.
3. »Warum möchten Sie für uns arbeiten?«
Hier ist Ihre erste Chance zu beweisen, dass Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben. Drehen Sie den Spieß um und
antworten gezielt auf Bedarfe des Unternehmens.
Sie könnten zum Beispiel sagen, dass das Unternehmen Produkte fertigt, mit denen Sie gerne zu tun haben, oder
Dienstleistungen auf eine Weise erbringt, die Ihnen besonders liegt. Falls das Unternehmen ein starkes Management
hat, könnten Sie erwähnen, dass Sie gerne Teil dieses Teams werden möchten. Handelt es sich um ein Unternehmen im
Bereich Forschung und Entwicklung, erwähnen Sie, dass Sie gerne forschen und Neues entwickeln und wissen, dass
genau das im Unternehmen gefördert wird. Bewerben Sie sich im Bereich Controlling oder Buchhaltung, erwähnen Sie
Ihre Affinität zu Zahlen und Mathematik.
Vorsicht Falle: Lügen Sie nicht. Die meisten von uns sind schlechte Lügner und werden schnell durchschaut. Sollte sich
herausstellen, dass der angebotene Job nicht Ihren Interessen entspricht, ist es besser, das klar zu sagen und das
Gespräch freundlich zu beenden. Selbst wenn Sie mit einer Lüge durchkommen, ist Ihr Preis ein Job, den Sie nicht
wirklich möchten.
4. »Was können Sie für uns tun, was andere nicht können?« oder »Warum sollten wir ausgerechnet Sie
einstellen?«
Ihre Chance zur Selbstdarstellung. Greifen Sie auf zum Unternehmen passende Kompetenzen und Fähigkeiten zurück,
erwähnen Sie spezifische Fälle aus Ihrem Lebenslauf oder Ihrer Karriere, in denen Sie diese bewiesen haben. Betonen
Sie, wie wertvoll diese nachweislich vorhandenen Interessen und Fähigkeiten für das Unternehmen sind.
Erwähnen Sie Ihre Fähigkeit, Prioritäten zu setzen, Probleme zu erkennen und mit Ihrer Erfahrung und Ihrem
Engagement auch lösen zu können.
5. Was interessiert Sie an dieser Position am meisten/am wenigsten?
Zählen Sie drei bis vier interessante Punkte auf und erwähnen einen einzelnen – weniger wichtigen – Faktor als
Negativum.
6. »Was erwarten Sie von diesem Job?«
Orientieren Sie Ihre Antwort an den Bedarfen und Möglichkeiten des Unternehmens. Sprechen Sie über Ihre
Leistungsbereitschaft und den Wunsch, für Ihre Leistungen Anerkennung zu finden. Vermeiden Sie es, Ihre persönliche
Sicherheit in den Vordergrund zu stellen.
Also besser »Ich freue mich darauf, meine SAP-Kenntnisse ins Unternehmen einbringen zu können und dafür
Anerkennung zu bekommen.« als »Das höhere Gehalt hilft mir und meiner Familie, den Lebensstandard auch in Zukunft
zu sichern.«.
7. »Wie definieren Sie die Position als … (die von Ihnen angestrebte Stelle)?«
Halten Sie Ihre Antwort kurz und sachbezogen. Denken Sie in Begriffen von Verantwortlichkeit und Berechenbarkeit.
Bevor Sie eine Antwort geben, sollten Sie sich absolut sicher über die Stellenbeschreibung sein. Sind Sie das nicht,
fragen Sie einfach nach – möglicherweise beantwortet Ihr Gegenüber die Frage für Sie.
8. »Was glauben Sie, wie lange es dauern wird, bis sich unsere Investition in Sie für uns auszahlt?«
Bleiben Sie realistisch. Antworten Sie (je nach Position), dass Sie zwar ab dem ersten Tag Ihre volle Arbeitsleistung
einbringen werden, es aber sicher einige Monate dauern kann, bis Sie das Unternehmen und seine Anforderungen gut
genug kennen werden, um einen bedeutenden wirtschaftlichen Vorteil durch Ihre Arbeit zu erreichen.
9. »Wie lange möchten Sie bei uns bleiben?«
Niemand bleibt heute mehr lebenslang im selben Unternehmen. Antworten Sie deshalb ehrlich, dass Sie an einer
Karriere im Unternehmen interessiert sind, solange es Herausforderungen für Sie gibt. Eine Zusammenarbeit macht
Sinn, solange beide Partner erfolgsorientiert auf die gleichen Ziele hinarbeiten.
10. »Ihr Lebenslauf zeigt, dass Sie für diese Stelle eigentlich überqualifiziert sind. Was sagen Sie dazu?«
Betonen Sie Ihr Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit und erklären, dass Sie annehmen, bei guter
Arbeitsleistung weiterführende Karrieremöglichkeiten im Unternehmen zu bekommen. Erwähnen Sie, dass ein starkes
Unternehmen auch starke Mitarbeiter braucht. Erfahrene Mitarbeiter sind ebenfalls ein Vorteil. Deuten Sie an, dass das
Unternehmen durch Ihre gute Qualifikation seine Investition schnell amortisieren wird (Return on Investment). Ein
wachsendes, aufstrebendes Unternehmen kann niemals zu viel Kompetenz haben.
Hier geht es zu Teil 2 unseres Bewerbungsratgebers: Viele Fragen, gute Antworten
Fit im Vorstellungsgespräch
Die Fragen der Personalchefs