Beruflicher Erfolg ist nicht nur eine Sache der konkreten Arbeitsleistung, sondern ist auch abhängig von der Fähigkeit,
souverän mit anderen Menschen umzugehen. Wer im Beruf erfolgreich sein will, muss also längst über mehr verfügen
als über bloßes Fachwissen. Dieses ist zwar unabdingbar für die Karriere, reicht aber nicht aus. Wichtig ist, dass man
zusätzlich Kenntnis davon hat, was der so genannte „Business-Knigge“ vorschreibt. In diesem kurzen Artikel erfahren
Sie, was man unter diesem Begriff versteht und was Sie im alltäglichen Umgang mit anderen Menschen im
Geschäftsleben beachten sollten.
Der Business-Knigge ist keine fixierte Sammlung von Gesetzen, an die man sich
immer und zu jedem Anlass zu halten hat. Eine solche Vorstellung ist nicht mehr
zeitgemäß. Vielmehr bezeichnet der Begriff Regeln, welche die Interaktion von
Menschen im Geschäftsleben erleichtern sollen. Diese Regeln können sich mit der
Zeit ebenso ändern, wie sich auch Moralvorstellungen ändern können. Dennoch
sollten Sie versuchen, Ihre Kenntnisse aktuell zu halten, denn im Beruf werden Sie
nicht nur an Ihrer Leistung gemessen, sondern auch daran, wie sicher sie sich auf
dem gesellschaftlichen Parkett bewegen. Dazu bietet der Business-Knigge eine
Hilfestellung und sorgt somit dafür, dass Sie Ihre Karriere besser vorantreiben
können. Einige Regeln werden im Folgenden dargestellt.
Schon bei der Begrüßung können Sie punkten, egal ob Sie einen Kunden, einen
Vorgesetzten oder Ihre neuen Kollegen begrüßen. Blicken Sie Ihrem Gegenüber in
die Augen, lächeln Sie und geben Sie einen bestimmten, nicht zu lockeren und
nicht zu festen Händedruck. Wenn Sie den Namen kennen, sollten Sie Ihn nennen
und sich gegebenenfalls selbst vorstellen: „Guten Tag, Herr Dr. Schneider. Mein
Name ist / Ich bin …“ Nun können Sie zum Gespräch übergehen. Wichtig ist, dass
der Ranghöhere die Hand reicht und damit meist auch die Begrüßung einleitet.
Allerdings sollten Sie nicht krampfhaft darauf warten, dass Sie begrüßt werden,
sondern können die Situation hier flexibel handhaben. Nur sollten Sie einem
ranghöheren Gegenüber den Vortritt lassen, wenn es um den Handschlag geht.
Sofern es im Gespräch nicht gleich um das Geschäft geht, ist Smalltalk ein gutes Mittel, um die Atmosphäre zu lockern
und das Eis zu brechen. Bei der Themenwahl sollten Sie jedoch vorsichtig sein. Unverfänglich sind zum Beispiel Fragen
nach der Anreise, wenn Sie einen Kunden empfangen:
„Haben Sie denn gut zu uns gefunden?“
Hier kann Ihr Gesprächspartner ein wenig erzählen, ohne private Informationen über sich preisgeben zu müssen. Wenn
umgekehrt Sie die Möglichkeit bekommen, ungezwungen zu sprechen, etwa zu Beginn eines Vorstellungsgesprächs,
dann sollten Sie diese Möglichkeit nutzen. Sie werden dadurch auf natürliche Weise entspannt und können den späteren
Gesprächsverlauf souveräner bestreiten.
Überdies können Sie Ihrem Gegenüber aber auch demonstrieren, dass Sie ein angenehmer Zeitgenosse sind, mit dem
man sich gerne unterhält. Vermeiden Sie kontroverse Themen wie Politik oder Religion. Hier besteht die Gefahr, dass es
aufgrund unterschiedlicher Ansichten zu Spannungen kommt.
Sollte es doch einmal zu Missstimmungen kommen, sollten diese ausgeräumt und nicht totgeschwiegen werden. Wenn
Sie einen Fehltritt begehen, entschuldigen Sie sich aufrichtig dafür und suchen Sie keine Ausflüchte.
Wenn Ihnen Unrecht getan wurde, haben Sie das Recht, das auch anzusprechen, möglichst aus der Ich-Perspektive:
„Ich habe mich darüber geärgert, dass Sie meine Arbeit gestern vor Außenstehenden kritisiert haben. Ich würde mich
freuen, wenn wir dies in Zukunft intern regeln könnten.“
Die Art und Weise, wie Sie einen Fehler beheben, den Sie begangen haben, hängt sehr davon ab, wie schwerwiegend
das Problem ist. Wenn es sich bloß um ein kleines Missgeschick handelt, bei dem Sie niemandem geschadet haben,
zum Beispiel wenn Sie bei einem Geschäftsessen Ihr Hemd mit Suppe bespritzt haben, dann ist das zwar ärgerlich,
aber keine Katastrophe. Sie haben hier sogar die Gelegenheit, ein wenig Humor und Selbstironie zu beweisen. Wenn
Ihnen keine humorvolle Reaktion einfällt, dann entschuldigen Sie sich kurz für das Missgeschick. Wenn Sie jemanden
leicht kränken oder eine unangebrachte Bemerkung fallen lassen, ist eine mündliche Bitte um Entschuldigung
angebracht. Reden Sie sich nicht heraus, sondern bitten Sie ehrlich um Verzeihung, um die Wogen zu glätten. Bei
wirklich schweren Rücksichtslosigkeiten sollten Sie zu einer schriftlichen Entschuldigung greifen und Ihr Fehlverhalten
aufrichtig bedauern.
Es ist nicht schwer, sich im Business-Knigge zurecht zu finden. Oft reicht schon ein natürlicher Instinkt für Höflichkeit,
mit dem Sie nichts falsch machen können. Wenn Sie doch einmal einen Fauxpas begehen, können Sie diesen mit einer
ehrlichen Entschuldigung in den allermeisten Fällen ausräumen und haben etwas für die Zukunft gelernt. Besonders
hilfreich ist es, wenn Sie diese Hinweise nicht nur beachten, weil Sie Ihr beruflicher Erfolg interessiert, sondern weil Sie
am Wohlergehen Ihrer Mitmenschen interessiert sind. Mit dieser Haltung übernehmen Sie die Tipps des Business-
Knigge automatisch für Ihr Alltagsverhalten. Wenn Sie doch einmal unsicher sind, dann können Sie sich an der
„Goldenen Regel“ orientieren: Behandeln Sie andere Menschen, wie Sie von ihnen behandelt werden wollen, nämlich
respektvoll und zuvorkommend.
Karriereratgeber:
Der Business-Knigge
So treten Sie optimal auf
© der-perfekte-weg.de 2010